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Bürgerverein Sasel-Poppenbüttel

 

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Eine Idee von unserem Mitglied ChrB:  jeden Monat ein neues Gedicht. Von Mitgliedern vorgeschlagen.

 

Schenken

von Joachim Ringelnatz

 

Schenke groß oder klein aber immer gediegen -

wenn die Bedachten die Gaben wiegen.

sei dein Gewissen rein.

Schenke herzlich und frei.

Schenke dabei, was in dir wohnt,

an Meingung, Geschmack und Humor,

so daß die eigene Freunde zuvor

dich reichlich belohnt.

Schenke mit Geist ohne List.

Sei eingedenk, daß dein Geschenk

du selbst bist.e

 

 

 

Geschenk -Gedicht unseres Mitgliedes ChrW.

 

 

 

Die Gendersprache?!

Genderismus-Euphorie – du lieber Himmel! – oder:

erstmals erschienen in "Neue Alsterbrücke" 24. Jhg. Ausgabe 4 Juli/Augus t2021 S.8

Wer keine Sorgen oder Probleme hat, macht sich welche!

Müssen wir unseren Bürgerverein  jetzt umbenennen?

Als in den Nachrichten der „Gendersprech“ begann, war ich zunächst irritiert, sagte doch die Sprecherin: „Das gilt für alle Bürger … innen.“ Wieso“, dachte ich, „nur für die Bürger innen, nicht für die außen? Was sind Bürger innen und was sind Bürger außen? Sind die Bürger innen die Inländer und die anderen die Ausländer?“ Es dauerte eine Weile, bis ich begriff und den Schwachsinn des Genderwahns wahrnahm. Wie hätte man es denn nun gern:

BürgerInnen, Bürger*innen, Bürger°innen, Bürger_innen, Bürger/innen, Bürger-innen??

Alles falsch! Es gibt Regeln! Wie in jeder anderen Sprache gibt es auch für Deutsch ein Wörterbuch. Wir nennen es den „Duden“. Dort aber sieht man weder das große Innen-I, noch das Gendersternchen und auch nicht die anderen Formen. Und dann gibt es DIN 5008, die „Schreib- und Gestaltungsregeln für die Text- und Informationsverarbeitung“, Stand 2020. Und danach ist nur eine Form richtig: Bürger/-innen. Vielleicht sollte man dieses Normblatt kostenlos an alle schicken, die Texte formulieren und gestalten. Es ist Grundlage für Unterricht in Textverarbeitung an allen Schulen Deutschlands – also in allen Bundesländern, ganz gleich, welcher Couleur die Regierungsfarben sind.

Zur Schreibweise Bürger/-innen: Das ist ein Wortergänzungsstrich, so, wie er auch für Textilgroß- und –einzelhandel oder Ein- und Ausgang einzusetzen ist, zu finden in DIN 5008, Punkt 6.3 – dudenkonform. Dieser Wortergänzungsstrich bedeutet, dass Wortteile nicht wiederholt, sondern durch den Strich ersetzt werden. Das gilt natürlich nur, wenn der zu ergänzende Wortteil buchstabengetreu ergänzt werden kann: Liebe Bürger und Bürgerinnen oder: Liebe Bürgerinnen und Bürger (ich nenne aus Höflichkeit den Herren gegenüber gern die männliche Form zuerst, denn „Ladies first“ gilt nicht für mich). Und außerdem müssen die Damen unseres Landes ja irgendwann einmal damit beginnen, den Herren bei ihrer Emanzipation zu helfen.

Das alles wäre ja noch einfach, aber jetzt versuchen Sie einmal, das auf andere Pluralformen zu übertragen: Verehrte Kunden/-innen? Falsch. Denn es sind ja nicht Kundeninnen, sondern Kundinnen. Im Nachrichtensprech hört man dann wieder Kunden … innen (also nur die männlichen Kunden, die innen sind).

Seit Monaten geht mir dieser Wahnwitz auf die Nerven, weil „gegenderte“ Sprache schlecht lesbar ist. Abgesehen davon: Es gibt ja nicht nur Männchen und Weibchen, sondern auch noch so etwas dazwischen. Das muss natürlich auch berücksichtigt werden, denn es wäre ja ungerecht, wenn man diese einfach unterschlägt – sprachlich, meine ich. Am besten wäre es also, wir entwickeln uns eine neue Sprache. Was veraltet ist, kommt weg, kulturlos. Was machen wir bloß mit dem „ollen“ Goethe? Den müssen wir umgendern!

Es gibt eine politische Richtung, die um alles in der Welt gendergerecht erzwingen will, was die Sprachregeln nicht hergeben. Es soll ein Gesetz erlassen werden, dass alle öffentlichen Verwaltungen – und gemeint sind wirklich alle! – dazu zwingt, jeden einzelnen Text gendergerecht aufzuarbeiten. Ich war froh zu lesen, dass Herr Ploß sich energisch gegen diese Vorschläge gewandt hat. Und dann lese ich im Hamburger Abendblatt das Freitagsgespräch von Herrn Iken mit unserem Altbürgermeister Dohnanyi (4. Juni 2021, Seite 2) – und Freude kommt auf! Und wie die darauf folgenden Leserbriefe zeigen, bin ich nicht die einzige, die unter solchem Irrsinn leidet. Herr Dohnanyi sagt: „Kürzlich wurde mir glaubhaft von einer Großstadt berichtet – Hamburg ist es nicht! -, sie werde jetzt 25 Millionen Euro ausgeben, um die Sprache des Behörden-Internets ‚geschlechtsneutral‘ (also genderkorrekt) zu säubern. Wie wär’s stattdessen mit der Sanierung einiger Schultoiletten? Schuster, bleib bei deinem Leisten: Politik soll den Menschen dienen und nicht den Winkelzügen von ein paar selbstgerechten Besserwissern.“

Danke, Herr Dohnanyi!

Aber jetzt kommt’s: Das Ampelmännchen darf nicht mehr nur Männchen sein. Es muss auch ein Ampelweibchen her, und wie macht man das dann bei Transgender? Vielleicht sollte man einen Künstlerwettbewerb starten für die Entwicklung einer Transgenderfrau und eines Transgendermannes. Wir wollen ja schließlich alle einbeziehen – in Wien wird das bereits praktiziert. Und dann wechseln wir alle vier Wochen die Ampelgläser, damit auch alle drankommen! Das wäre dann so eine Art Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Unsinn. Gäbe es noch die Frage, ob man nicht auch die Hautfarbe eines Menschen berücksichtigen müsste, denn unsere Ampelmännchen sind zurzeit Schwarz!  Wir wollen ja schließlich nicht für rassistisch gehalten werden. Es kommen erhebliche Probleme auf uns zu, und wer keine hat, schafft sich welche. Abgesehen davon: Muss eine Frau immer mit einem Rock dargestellt werden, obwohl die meisten Frauen Hosen tragen? Ist das nicht bereits eine unbotmäßige Herabsetzung im Sinne vom „Heimchen am Herd“?

Nun aber im Ernst: Sie brauchen keine Angst zu haben, dass unsere Zeitschrift durch gegenderte Schreibweisen verhunzt wird. Es gilt weiterhin „Liebe Mitglieder“ im Begrüßungstext, und ich werde nicht gendern in „Liebe Mit- und Ohneglieder“. Wie gesagt, es gibt Regeln: Das Mitglied ist neutrum, das kann man nicht gendern Wir sprechen ja auch nicht von Kindinnen, wenn wir Mädchen meinen. Und außerdem kann man neutralisieren durch Oberbegriffe (z. B. Kaufleute) oder durch die Verwendung des nominalisierten ersten Partizips (z. B. Studierende statt Studenten und Studentinnen).

Dumm ist nur, dass wir ein Bürgerverein sind. Müssen wir uns nun umbenennen in „Bürger/-innenverein“ oder Verein für Bürger und Bürgerinnen oder für Bürgerinnen und Bürger? Sprache ist Entwicklung, Sprache ist Geschichte, Sprache ist Kultur. Entwicklung lässt sich nicht aufhalten, Geschichte ist ein Teil von uns und unsere Kultur sollte man uns nicht nehmen! Folglich: Gendern Sie gern, aber gendern Sie richtig!

Ute Mielow-Weidmann

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Kommentare

  • Wolfram Gehle (Donnerstag, 15. Juli 2021 09:06)

    Sehr verehrte Frau Mielow-Weidmann, als ich gestern nach Hummelsbüttel fuhr, hörte ich NDR Info. Wie schon im ev.Gottesdienst fiel mir das Gendern auf und regt mich auf. Als die Pastorin von Pastor....innen sprach, dachte ich: also gibt es auch Pastor.....außen oder außeninnen? Das verwirrt mich alten Mann doch sehr. Die Rettung kam durch ihren erfrischenden Artikel, den mir meine Freundin zu lesen gab, und der mir aus dem Herzen sprach. Heute wurden im Radio die Expert.....innen erwähnt, aber die......außen wieder einmal vergessen. Herzlichen Dank für Ihren Beitrag Wolfram Gehle, ehemaliger Lehrer noch ohne innen und außen

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Brauchen wir solche neuen Wortschöpfungen für den gesellschaftlichen Fortschritt?

Elektrokleinstfahrzeugführende“, „Ärzt:innen“, „verunfallte Autofahrende“ oder „Passivraucher*innenschutzverordnung“

Details zu der Initiative der CDU Hamburg hier:

https://archive.newsletter2go.com/?n2g=77mbmjc7-ko1ad7yf-1cm9

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  • Ute Mielow-Weidmann (Dienstag, 18. Mai 2021 16:34)

    Lieber Herr Ploß,



    auf eine solche Initiative habe ich schon lange gewartet. Mir sträuben sich bei den Verrenkungen sprachlicher Strukturen alle Haare. Es gibt doch Regeln! Warum kann man die nicht einhalten!? Bitte sorgen Sie dafür, dass die übertriebene "Genderei" wieder grammatisch richtige Formen nutzt. Als wenn wir sonst keine Sorgen hätten!



    Viele Grüße



    Ute Mielow-Weidmann

    Bürgerverein Sasel-Poppenbüttel e. V.

    1. Vorsitzende

  • Christoph Ploß (Dienstag, 18. Mai 2021 16:36)

    Sehr geehrte Frau Mielow-Weidmann,

    vielen Dank für Ihre Nachricht und die positive Rückmeldung zu meiner Initiative, die mich motiviert, weiter für Sie und viele andere an dem Thema dran zu bleiben.



    Mein geschätzter Kollege Dennis Thering und die CDU Alstertal sehen das übrigens auch so. Sie können sich darauf verlassen, dass wir die Fahne der bürgerlichen Vernunft hier und bei anderen Themen weiter hochhalten.



    Herzliche Grüße und einen schönen Sonntag wünscht Ihnen

    Christoph Ploß

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    Dr. Christoph Ploß MdB

    Deutscher Bundestag

    Platz der Republik 1

    11011 Berlin

    Telefon: +49 30 227-74467
    Fax: +49 30 227-70467
    Mail: christoph.ploss@bundestag.de

    www.christoph-ploss.de

  • Günther Quaas (Dienstag, 18. Mai 2021 16:46)

    Es lebe der kleine Unterschied - so hat man früher gewitzelt.
    Und er wird immer bestehen bleiben. Da helfen keine Gendersprachbemühungen.
    Auch die UNESCO hat sich dieses Themas bereits in den 90iger (!) Jahren angenommen und Empfehlungen formuliert. mehr Details hier:
    https://www.unesco.de/sites/default/files/2018-05/eine_Sprache_fuer_beide_Geschlechter_1993_0.pdf

    Diesen sollte man folgen.

    PS: wegen der Gerechtigkeit bin ich auch für einen Zufallsgenerator, damit es nicht nur stereotyp heißt: Damen und Herren sondern - gleichgewichtig - Herren und Damen! Schließlich wird der Höherrangige immer zuerst genannt.
    Kaum hat man ein "Problem gelöst", stellen wir uns schon dem nächsten.

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