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Reise

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Unsere Reise ins Erzgebirge vom 26. August bis zum 02. September 2018

 

Tag 1

Eine glatte Fahrt. Wir sind eher als geplant in Schwarzenberg im Hotel Neustädter Hof. Alle sind zufrieden und wir unternehmen einen ersten Rundgang in Gruppen oder einzeln in die Umgebung des Hotels.

 

Tag 2

Wir fahren nach Annaberg-Buchholz und bestaunen die wunderbar restaurierte St. Annenkirche. Statt – wie meist üblich – religiöse Themen in einem Relief darzustellen, befindet sich in der St. Annenkirche auf beiden Seiten der Empore ein Relief mit dem Titel „Die Lebensalter“ von Franz Maidburg (um 1524). Eine Seite beschäftigt sich mit  den Lebensdekaden der Frauen, die andere mit denen der Männer (siehe Bild). Die anschließende Stadtführung lässt uns die Traditionen des Erzgebirges nachempfinden. Die unzählbaren Grubengänge in den Felsen verursachen hin und wieder leichte Senkungen. Nicht alle sind bisher gefunden und verfüllt worden. Allerdings bietet das feste Gestein den Häusern weitgehend Schutz vor einem Einsturz. Sehr gegenwärtig ist in diesem Ort Adam Ries, der fälschlicherweise häufig „Adam Riese“ genannt wird. Er hat hier gelebt und seine Rechenkünste verbreitet. Nur derjenige, der rechnen kann, wird nicht betrogen. Wir begegnen seinem Denkmal und lauschen seiner Lebensgeschichte. Ein Holzdenkmal verführte zum „Einsteigen“ (siehe Foto).

 

Dann besichtigten wir die Museumsschmiede „Frohnauer Hammer“ mit dem historischen Hammerwerk. Im Mittelalter war es eine Getreidemühle. Über ein Mühlenrad werden durch Wasserkraft drei unterschiedlich schwere Hämmer gehoben. Wir sehen die Blasebälge und einen Hammer in Funktion. Bis 1904 wurden hier Werkzeuge für den Bergbau und die Landwirtshaft hergestellt. Anschließend betrachten wir im gegenüberliegenden Museum eine Ausstellung über erzgebirgische Volkskunst und sehen einer Klöpplerin bei der Arbeit zu.

 

Tag 3

Heute widmen wir uns der Stadtgeschichte Schwarzenbergs. Im Schutze der Burg Schwarzenberg entstand eine gleichnamige Siedlung, die 1282 erstmals als Stadt erwähnt wurde. Die Burg diente zur Sicherung der alten Handelsstraße und bestand aus der heute noch existenten Hauptburg, der beim Stadtbrand 1649 abgebrannten Unterburg und dem mächtigen Bergfried. Die Felsenlage und zwei Stadttore boten Abwehr vor Feinden und Gefahren. Berühmt ist nicht nur die St. Georgenkirche mit der historischen Altarchorschranke von Zacharias Georgi (von 1711), sondern auch die im Jahre 1879 durch einen Neubau von Hermann Eule ersetzte Orgel. Die „neue“ Orgel orientierte sich an der von Gottfried Silbermann in Forchheim errichteten Orgel des Jahres 1726, hat 2549 Pfeifen und 39 Register. Man kann mit ihr sowohl barocke, romantische als auch zeitgenössische Orgelmusik werkgerecht wiedergeben.

Der Stadtrundgang führte uns zu einem Glockenturm mit einem Glockenspiel aus Meissner Porzellan. Der Glockeninspekteur kam in mittelalterlicher Tracht, schloss das Türmchen auf und spielte einige Volkslieder selbst auf dem Manual. Dann stellte er für die nächste volle Stunde das Programm ein. Ein romantisches Erlebnis. Nach dem Mittagessen in der „Guten Stub“ des alten Rathauses (siehe Bild) begeben wir uns zum Schlossmuseum und erfahren Wissenswertes über das Werden des Ortes und das Leben als Bergmann, über die Gefahren des Berufes, seine Traditionen und die Verbreitung des Klöppelns als Zubrot zum Familieneinkommen. Auch der Ort Schwarzenberg ist unter den Häusern mehrere Hundert Meter tief durchlöchert wie ein Schweizer Käse.

 

Tag 4

Heute steht Freiberg auf dem Programm. Und wer „Die Hebamme“ von Sabine Ebert gelesen hat, weiß, dass man an diesem Ort im 12. Jahrhundert durch Zufall herausfand, dass sich im Gestein Silber befindet. Der damalige Markgraf von Meissen, Otto der Reiche (Regierungszeit 1157 – 1190), veranlasste, dass im Harz Bergleute abgeworben und hier angesiedelt wurden. Dann begann der intensive Abbau von Silber und anderen wertvollen Erzen (heute unter anderem Lithium und einige seltene Erden). Wir besichtigen den Dom mit seinen beiden Silbermann-Orgeln und den großen Marktplatz, auf dem alljährlich die traditionellen Bergmannsparaden stattfinden. Dann geht es weiter nach Schloss Lichtenwalde mit seinem schönen Barockpark. Wir können dort ein Würstchen essen und im Park spazieren gehen. Das Wetter lädt dazu ein, denn heute begleitet uns herrlicher Sonnenschein.

 

 

 

Tag 5

Das Ziel ist das Jagdschloss August des Starken (das Bild zeigt das Hauptportal), Schloss Augustusburg. Wandmalerei aus dem 16. Jahrhundert zur Tannhäuser-Sage, Waffen, Möbel, Kleidung des höfischen Lebens zu Zeiten der Renaissance erfordern unsere Aufmerksamkeit. Wenn man bedenkt, dass dieses Schloss nur wenige Wochen im Jahr bewohnt wurde, dann fragt man sich, ob der Aufwand gerechtfertigt war (siehe Bild des Modells). Und da August der Starke immer mit seinem gesamten Hausstand in mehreren Hundert Kutschen und seiner Entourage hier eintraf, sind nur wenige Möbel vorhanden, denn sie befinden sich zum größten Teil in Dresden.

 

Nun wollen wir nach Chemnitz. Aber dort wird demonstriert, weil ein Mensch erstochen wurde und weil der mutmaßliche Täter ein Migrant ist. Ein hohes Polizeiaufgebot soll Krawalle verhindern. Wahrscheinlich werden wir also die Innenstadt meiden müssen, und deswegen entscheidet unsere Reiseleiterin, dass wir etwas ganz anderes machen: Wir verkosten Schnäpse und Liköre in Lauter in der Firma Lautergold, erfahren Einzelheiten über die Herstellung von hochprozentigen Wildkräuterschnäpsen und –likören und nutzen die Gelegenheit, im Fabrikladen auch für Freunde und Verwandte ein Mitbringsel zu erstehen.

 

 

 

Tag 6

Heute steht Seiffen auf dem Programm. Nach einer Führung im Spielzeugmuseum spazieren wir durch den Ort. Wer kennt nicht die vielfach auf Schwibbögen dargestellte Seiffener Rundkirche? Dieses Bild zeigt, wie sie von innen aussieht. Das große Angebot an Figuren, Krippen, Schwibbögen u. a. erschlägt den Betrachter. Die Produktion von weihnachtlicher Dekoration ist eine alte Tradition im Erzgebirge. Die Bergleute, die nicht mehr unter Tage arbeiten konnten, verdienten sich mit ihren Schnitzereien den Lebensunterhalt und ernährten auf diese Weise ihre Familien. Die Fantasie kennt keine Grenzen, und der Export dieser Artikel ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor im Erzgebirge. Allerdings musste ich feststellen, dass die bei uns zur Adventszeit im AEZ angebotenen Schnitzereien aus dem Erzgebirge doppelt so teuer sind wie in Seiffen. So bleibt ein großer Teil des Verkaufserlöses bei den Zwischenhändlern. Über Marienberg fahren wir zurück nach Schwarzenberg und werden nach dem Essen von einem Duo aus dem Erzgebirge mit erfrischender heimatlicher Musik unterhalten.

 

Tag 7

Es geht nach Schneeberg, einer Stadt, die aus einer ausgedehnten Streusiedlung vieler Erzgruben auf dem Schneeberge im 15. Jahrhundert entstand. Als Silber gefunden wurde, löste dies ein „Berggeschrey“ aus. Allerdings war die Ausbeute dann im 16. Jahrhundert so gering, dass der Bergbau eingestellt wurde. Anfang des 18. Jahrhunderts brannte die Stadt nieder, und eine neue Stadt im Barockstil entstand. Auf dem Weg zu unserem Sammelpunkt treffe ich die nebenstehenden drei Bergleute in ihrer Gala-Uniform. Sie warteten auf ein Brautpaar, dem sie ein Ständchen bringen wollten – eine alte Tradition unter Bergleuten, heute genauso wie vor 800 Jahren.

 

Wir sehen uns die große spätgotische Hallenkirche St. Wolfgang an. Unsere besondere Aufmerksamkeit gilt dem Flügelaltar von Lucas Cranach. Anschließend erfahren wir im „Siebenschlehener Pochwerk“, wie das Erz bis zur Schmelze der verschiedenen Metalle aufbereitet wurde. Zum Schluss halten wir in Grünhain-Beiersdorf, fahren mit dem Lift auf den König-Albrecht-Turm und gucken uns das Erzgebirge von oben an.

 

8. Tag

Wir halten in Halle vor der Schokoladenfabrik und decken uns mit Süßigkeiten ein, den echten „Halloren“. Ansonsten gibt es über diesen Tag nicht viel zu berichten, nur: Es war eine glatte Fahrt nach Hause, weil der Busfahrer die Autobahn verließ und wegen eines im Navi angezeigten Staus Hamburg großflächig umfuhr. Es ging über Uelzen, Celle und Lüneburg zurück nach Hamburg.

 

Vielen Dank, Herr Schreiber, für die gute Organisation!!

Ute Mielow-Weidmann